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Eisbär/Polar Bear
Klasse: Mammalia (Säugetiere) Ordnung: Carnivora (Fleischfresser) Familie: Ursidae (Bären) Gattung: Ursus (Bären) Art: Ursus maritimus Verbreitung: rund um den Nordpol (Arktis) Lebensraum: Meereseis (Eisschollen) in der Nähe von Küsten oder Inseln Masse und Gewichte:
Körperlänge: bis 300 cm Schulterhöhe: bis 150 cm Gewicht (Männchen): bis 650 kg und mehr, die Weibchen deutlich leichter Geschwindigkeit: 5,5 km/h im kurzen Spurt bis 40 km/h Fortpflanzung:
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Eisbären paaren sich vorzugsweise im April. Die Entwicklung des befruchteten Eis ruht allerdings bis Oktober. Sollte das Weibchen im Sommer nicht genügend Nahrung gefunden haben, wird das Ei wieder vom Körper resorbiert und der Nachwuchs bleibt aus. Durch diese Massnahme der Evolution wird sichergestellt, das Mutter und Jungtier den Winter überleben. Eisbären halten normalerweise keinen Winterschlaf, ganz im Gegensatz zu anderen Bärenarten. Nur die trächtigen Weibchen graben sich eine meist an einem Südhang liegende Schneehöhle, in der sie überwintern und im Januar ihre Jungen zur Welt bringen. Eisbären bekommen zwischen 1 und 4 Junge, die blind geboren werden und im Durchschnitt 600 Gramm wiegen. Die Augen öffnen sich innerhalb des ersten Monats nach der Geburt. Schon nach 2 Monaten besitzt der Nachwuchs ein dichtes weisses Fell. Ende März bis Mitte April verlassen die Jungbären zum ersten mal die Höhle. Sie sind dann bereits 10 bis 15 kg schwer. Die Jungen werden insgesamt etwa 20 Monate lang gesäugt, beginnen aber im Alter von 3 bis 4 Monaten damit, auch von der Beute der Mutter zu fressen. Die Muttermilch mit ihrem hohen Fettanteil von 33 % und der Robbenspeck aus der Jagdbeute der Mutter lassen die Jungen binnen 8 Monaten bereits 50 kg wiegen.
Der Lebensraum der Eisbären zwischen Pack- und Treibeis erfordert extreme Anpassungen an die dort herrschende Witterung. Bei Temperaturen von bis zu minus 70 Grad Celsius und Stürmen mit über 200 Stundenkilometern Windgeschwindigkeit ist überleben nicht einfach. So wärmt der wasserdichte, weiche Pelz die Tiere nicht nur einfach, das Haarkleid produziert aktiv Wärme. Die Haare sind nämlich nicht weiss, sondern durchsichtig. Dadurch leiten sie Sonnenlicht bis auf die dunkle Haut, die es in Wärme umwandelt. Im Wasser schützt eine 10 Zentimeter dicke Fettschicht vor Erfrierungen während sich die darüber liegende Haut an die Aussentemperatur angleicht.
So hervorragend gegen Kälte geschützt, haben Eisbären häufig ein ganz anderes Problem: Sie müssen sich vor einem Hitzeschock schützen. Schon bei einer Laufgeschwindigkeit von nur sieben Kilometer pro Stunde erzeugen die Muskeln genügend Wärme, um im Körper des Tieres "Fieber", also eine erhöhte Körpertemperatur über 37 Grad Celsius, auszulösen. So unsinnig das für ein arktisches Tier im ersten Moment klingt, aber die unbehaarten Partien wie Gesicht, Mund und Nase dienen der Abgabe überflüssiger Körperwärme.
Die gesamte Population an Eisbären wurde 1998 auf 21.000 bis 28.000 Tiere geschätzt. Da in früheren Zeiten Eisbären aufgrund ihres Fells von Pelzjägern und Walfängern gnadenlos bejagt wurden, waren diese prächtigen Tiere in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts fast ausgerottet. Seit die fünf "Eisbärenstaaten" Kanada, USA, Norwegen, Dänemark und (damalige) UdSSR 1967 ein Artenschutzabkommen abschlossen, darf der Eisbär nur noch in Alaska, Kanada und Grönland von den Inuit (Eskimos) zu deren Eigenbedarf gejagt werden.
Eisbären sind prinzipiell Allesfresser, ernähren sich aber hauptsächlich von Robben. Da Eisbären im Wasser viel zu langsam sind, jagen sie ausschliesslich an Land. Die gebräuchlichste Methode zum Fangen einer Robbe besteht dabei für die Bären darin, in der Nähe eines Atemlochs einer Robbe zu warten und diese beim Auftauchen mit einem einzigen Prankenhieb auf das Eis zu befördern, wo sie mit Bissen in Kopf und Nacken schnell getötet wird. Die Kraft hinter diesen Pranken kann man daran erkennen, dass es dem Bären durchaus gelingt, eine gut 200 kg schwere Robbe mit einer Tatze aus dem Wasser zu befördern. Im Sommer werden die Tiere von der Eisschmelze ans Festland getrieben. Dann stehen als Nahrung nur noch kleine Säugetiere oder Vögel zur Verfügung. Sogar von Gras, Moos oder Beeren ernähren sich die Eisbären in dieser Zeit. Robben stehen nur während des arktischen Winters auf ihrem Speiseplan. Pro Jahr legt ein Eisbär im Durchschnitt 15.000 Kilometer zurück, um genügend Nahrung zu finden.
Die zunehmende Besiedlung arktischer Regionen durch den sich immer weiter ausdehnenden Menschen hat immer öfter ungeplante Zusammenstösse mit Eisbären zu Folge. Diese Treffen enden gelegentlich tödlich für den Menschen, denn Eisbären sehen Menschen durchaus als Beute an. Da die Tiere sehr neugierig sind, dringen sie auf der Suche nach Nahrung auch immer wieder in menschliche Siedlungen ein und durchsuchen dort Abfälle oder Nahrungsmittellager. Bei solchen Gelegenheiten werden immer wieder Tiere erschossen, obwohl diese unter Naturschutz stehen.
Warnung: Eisbären sind sehr gefährlich. Es gab einige tödliche Unfälle mit Eisbären, die in Dörfern oder Camps eingedrungen sind. Ein serienmässig ausgerüstetes Auto bietet keinen sicheren Schutz vor Eisbären. Eisbären haben keine Angst vor Menschen und können diese als Beute betrachten. Es gibt zur Zeit keine sichere öffentliche Einrichtung um Eisbären zu beobachten.
Aber: Eisbären sind während der Sommermonate nicht auf dem Festland zu erwarten. Also keine Panik!
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