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Treibsand
Die Basis für die Entstehung von Treibsand ist eine einfache Mischung, die in der Natur fast überall vorkommt: Wasser und feiner Sand. Sand hat ein grosses Porenvolumen, das heisst zwischen den einzelnen Körner ist viel Platz. Somit kann Sand viel Wasser aufnehmen. Dabei stützen sich die locker gelagerten Sandkörner gegenseitig ab. Kommt diese Sandfläche durch Betreten oder andere Erschütterungen in Bewegung, tritt das Wasser aus den Porenräumen aus und die Sandkörner verlieren ihren Zusammenhalt: der Sand wird flüssig. Geht ein Mensch über eine solche Fläche, sinkt er nach einigen Schritten unweigerlich ein. In Sekundenschnelle sinken die Sandkörner wieder ab und da das Wasser nicht mehr die Porenräume ausfüllt, wirkt die Sandpackung wie ein Schraubstock. Auch für einen starken erwachsenen Mann ist es völlig unmöglich, sich aus eigener Kraft zu befreien. Es reicht schon ein Einsinken bis zu den Knien, um hilflos in der Falle zu sitzen.
Wattwanderung
Tod im Treibsand
Warum sterben immer wieder Menschen im Sand? Ganz kann man im Treibsand nicht einsinken, da der Auftrieb des Körpers zu groß ist und man wie auf Wasser schwimmt. Die tödlichsten Gefahren gehen allerdings von den Begleiterscheinungen aus. Aufgestellte Warntafeln sollten daher nicht ignoriert werden, sonst schnappt die Falle zu. Einmal in den eisenharten Griff geraten, schnürt der Druck des Sandes die Blut- und Sauerstoffzufuhr im Gewebe ab. Nach drei Tagen ohne Rettung droht der Tod durch Verdursten, Unterkühlung oder Erschöpfung.
Wer im Watt entlang der Meeresküsten oder im Tidenbereich der Flüsse in eine Treibsandfalle gerät, schwebt in einer zusätzlichen Gefahr: dem Tod durch Ertrinken bei einsetzender Flut.
Wie kann man der Gefahr entgehen?
Grundsätzlich gilt: Warnungen wie Verbotsschilder, Tipps von Einheimischen und Reiseführern unbedingt Folge leisten. An Flussufern- und Meeresküsten niemals alleine gehen und Dritten immer Weg und voraussichtlich benötigte Zeit mitteilen!
Sandbereiche, die an der Oberfläche feucht aussehen, unbedingt meiden. Das gleiche gilt für Sandflächen, die beim Betreten in Schwingung geraten. Denn das ist ein untrügliches Zeichen für eine drohende Gefahr. Wer doch im Treibsand versinkt, sollte sich am Besten ruhig verhalten und auf Hilfe warten. Heftiges Strampeln kann dazu führen, dass man tiefer einsinkt. Doch keine Panik: Man kann nicht ganz einsinken oder gar versinken! Speziell ausgerüstete Rettungskräfte verwenden tragbare Planken und Hochdruckdüsen, um die Opfer wieder frei zu spülen. Und Vorsicht bei der Rettung von Eingesunkenen. Schnell steckt man selber fest.
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